Was bedeuten T1–T4 und WT1–WT3?
Die SAC-Schwierigkeitsangaben helfen bei der Einschätzung einer Tour. Die Wanderskala berücksichtigt Geländeschwierigkeit, Ausgesetztheit, Orientierungsschwierigkeit und Absturzgefahr. Die Schneeschuhtourenskala beschreibt Gelände, Gefahren und Anforderungen, berücksichtigt aber die Länge der Tour nicht. Für jede Tour sind deshalb zusätzlich Dauer, Distanz, Auf- und Abstieg, Kondition und besondere Anforderungen angegeben.
Die Einstufungen setzen günstige Verhältnisse voraus. Bei Wanderungen können insbesondere Nässe, Schnee, Eis, schlechte Sicht oder ein hoher Wasserstand die Schwierigkeit erhöhen. Bei Schneeschuhtouren können ungünstige Schnee-, Witterungs- und Sichtverhältnisse die Anforderungen und Gefahren deutlich verändern.
Die vollständigen SAC-Skalen reichen von T1 bis T6 beziehungsweise von WT1 bis WT6. Diese Übersicht beschränkt sich auf die von HikingDreams verwendeten Bereiche T1–T4 und WT1–WT3; alle Stufen sind in den unten verlinkten Originaldokumenten aufgeführt.
Wanderskala
T1 – Wandern
Gut gebahnter Weg. Falls vorhanden, sind exponierte Stellen sehr gut gesichert; die Absturzgefahr kann bei normalem Verhalten weitgehend ausgeschlossen werden. Es bestehen keine spezifischen Anforderungen, die Orientierung ist in der Regel auch ohne Karte problemlos.
T2 – Bergwandern
Weg mit durchgehendem Trassee, das Gelände ist teilweise steil. Eine Absturzgefahr ist nicht ausgeschlossen. Elementare Trittsicherheit und elementares Orientierungsvermögen sind erforderlich.
T3 – Anspruchsvolles Bergwandern
Der Weg ist nicht unbedingt durchgehend sichtbar, das Gelände ist steil. Ausgesetzte Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein; Geröllflächen und leichte Schrofen sind möglich. Eventuell werden die Hände für das Gleichgewicht gebraucht. Zum Teil bestehen exponierte Stellen mit möglicher Absturzgefahr. Trittsicherheit, durchschnittliches Orientierungsvermögen und elementare alpine Erfahrung sind erforderlich.
T4 – Alpinwandern
Wegspuren sind möglich, häufig ist die Route jedoch weglos. Möglich sind raues Steilgelände, Blockfelder, steile Grashalden und Schrofen, einzelne einfache Kletterstellen im I. Grad, einfache Schneefelder sowie meist markierte Gletscherpassagen. Exponierte Stellen weisen Absturzgefahr auf. Erforderlich sind Vertrautheit mit exponierten Passagen, gute Trittsicherheit, gutes Orientierungsvermögen, alpine Erfahrung, elementare Geländebeurteilung und elementare Kenntnisse im Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln. Bei einem Wettersturz kann der Rückzug schwierig werden.
Schneeschuhtourenskala
WT1 – Leichte Schneeschuhwanderung
Unter 25 Grad, insgesamt flaches oder wenig steiles Gelände, ohne Steilhänge in der näheren Umgebung. Keine Lawinen-, Abrutsch- oder Absturzgefahr. Lawinenkenntnisse sind nicht erforderlich.
WT2 – Schneeschuhwanderung
Unter 25 Grad, insgesamt flaches oder wenig steiles Gelände, mit Steilhängen in der näheren Umgebung. Lawinengefahr ist vorhanden; Abrutsch- und Absturzgefahr bestehen nicht. Grundkenntnisse im Beurteilen der Lawinensituation sind erforderlich.
WT3 – Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
Unter 30 Grad, insgesamt wenig bis mässig steiles Gelände, mit kurzen steileren Passagen. Es bestehen Lawinengefahr und eine geringe Abrutschgefahr mit kurzen, auslaufenden Rutschwegen. Grundkenntnisse im Beurteilen der Lawinensituation sind erforderlich.
Wichtig für alle Touren
Die Schwierigkeitsskalen berücksichtigen die Länge der Tour nicht. Ausser bei WT1 ist die Mitnahme von Dreiantennen-LVS-Gerät, Schaufel und Sonde obligatorisch. Für eine ausgeschriebene Tour gilt immer die konkrete Materialliste von HikingDreams.
Offizielle Dokumente
Die vollständigen Originalskalen stammen direkt vom Schweizer Alpen-Club SAC:
